035 Führung oder Freiheit: Was braucht dein Tier wirklich?

Shownotes

Führung oder Freiheit: Was braucht dein Tier wirklich?

Shownotes

Mein Pferd Ljomi hat uns vor einem Blitzeinschlag bewahrt.

Ich wollte einen bestimmten Weg gehen. Ljomi wollte nicht.

Und zum Glück habe ich irgendwann aufgehört, darauf zu bestehen, dass ich weiss, wo es langgeht.

Denn manchmal ist nicht der Mensch derjenige, der am besten geeignet ist, die Führung zu übernehmen.

In dieser Episode geht es um Führung, Freiheit und die Frage, was eine Beziehung auf Augenhöhe mit unserem Tier wirklich bedeutet.

Zusammenfassung und Stichpunkte

Wenn wir mit Tieren leben, sprechen wir schnell über Führung.

Der Mensch soll führen. Der Mensch entscheidet. Das Tier soll sich daran orientieren.

Ich sehe das anders.

Für mich sind Mensch und Tier ein Team. Und in einem guten Team führt nicht automatisch immer derselbe. Die Führung übernimmt derjenige, der in der jeweiligen Situation am besten dafür geeignet ist.

Mein Pferd Ljomi hat mir das mehr als einmal sehr deutlich gezeigt.

In dieser Episode erzähle ich von einem Gewitter, bei dem Ljomi sich weigerte, den Weg zu gehen, den ich nehmen wollte. Kurz darauf sahen wir nur etwa 200 Meter vor uns einen Blitz. Bis heute weiss ich nicht, was Ljomi wahrgenommen hat. Ich weiss nur: In diesem Moment wusste mein Pferd mehr als ich.

Und dann war da noch dieser Ausritt im stockdichten Nebel. Ich sah meine Freundin neben mir nicht mehr, nicht einmal den Kopf meines eigenen Pferdes und wurde auf dem Pferd auch noch seekrank. Wir hatten keine Ahnung mehr, wo wir waren. Also überliess ich Ljomi die Führung. Er fand den Weg zurück zum Stall.

In dieser Episode erfährst du:

  • Warum Führung für mich nicht bedeutet, dass der Mensch immer entscheiden muss.
  • Was Liomi mich darüber gelehrt hat, einem Tier die Führung zu überlassen.
  • Warum Tiere manchmal Fähigkeiten und Wahrnehmungen besitzen, die uns in einer Situation fehlen.
  • Was Mantrailing über Vertrauen in die Fähigkeiten eines Tieres zeigt.
  • Warum meine Hunde beim Spaziergang mitentscheiden dürfen, wo wir langgehen.
  • Weshalb Freiheit immer auch einen sicheren Rahmen braucht.
  • Warum Führung und Freiheit keine Gegensätze sein müssen.

Natürlich gibt es Situationen, in denen wir Menschen die Führung übernehmen müssen. Wir tragen Verantwortung und müssen Gefahren unserer menschlichen Welt einschätzen können.

Doch es gibt genauso Situationen, in denen wir gar nicht entscheiden müssten.

Wo kann dein Tier selbst wählen? Wo kannst du fragen, was es möchte? Und wo weiss dein Tier möglicherweise sogar mehr als du?

Führung bedeutet nicht Kontrolle. Und Freiheit bedeutet nicht, dass alles erlaubt ist.

Für mich geht es um Zusammenarbeit.

Wenn ich mein Tier als Partner in einem Team sehe, höre ich zu. Ich übernehme Verantwortung, wenn es notwendig ist. Und ich bin bereit, einen Schritt zurückzutreten, wenn mein Tier gerade besser geeignet ist, die Führung zu übernehmen.

Vielleicht ist genau das Beziehung auf Augenhöhe.

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Transkript anzeigen

00:00:04:

00:00:11: Mein Pferd Leomi hat uns vor einem Blitzeinschlag bewahrt.

00:00:15: Ich wollte einen bestimmten Weg gehen, Leomi wollte nicht und zum Glück habe ich irgendwann ausgehört darauf zu bestehen dass ich weiß wo es lang geht denn manchmal ist nicht der Mensch derjenige der am besten geeignet ist die Führung zu übernehmen.

00:00:33: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode von Tierist deutlich.

00:00:37: Schön, dass du heute wieder dabei bist!

00:00:40: Wenn wir mit Tieren leeren sprechen wir sehr schnell über Führung.

00:00:43: der Mensch soll führen.

00:00:45: Der Mensch entscheidet das Tier soll sich daran orientieren.

00:00:51: ich sehe das etwas anderes.

00:00:53: für mich sind Menschen hier ein Team und in einem guten team führt nicht automatisch immer derselbe.

00:01:01: Die Führung übernimmt derjenige, der in der jeweiligen Situation am besten dafür geeignet ist.

00:01:07: Manchmal bin das ich, manchmal ist das mein Tier und manchmal muss sich zuerst erkennen dass mein Tier gerade etwas weiß oder wahrnimmt was mir entgeht.

00:01:21: Genau das habe mit meinem Pferdliomi mehr als einmal erlebt.

00:01:26: Ich war an einem Nachmittag mit einer Freundin ausreiten.

00:01:29: Irgendwann begann es zu donnen Und dann war es für uns klar, links und kehrt und ab nach Hause.

00:01:37: Als das Gewitter näher kamen sind wir von den Pferden abgestiegen und haben sie geführt Denn auf einem Pferd sitzt man deutlich höher aus daneben und bei einem Gewitter möchtest du möglichst nicht der höchste Punkt in der Umgebung sein.

00:01:51: Also gehen wir zu Fuß weiter Richtung Stall.

00:01:55: Wir wollten einen bestimmten Weg nehmen und Lyomi weigerte sich.

00:01:59: Er wollte diesen Weg nicht betreten.

00:02:03: Ich habe versucht ihn weiterzuführen, ich habe gezogen und Lyomi blieb stehen und dachte ne auf keinen Fall!

00:02:11: Und dann ungefähr zweihundert Meter vor uns auf diesem Weg wo ich den ich entlang gehen wollte, sahen wir plötzlich einen Blitz und praktisch gleichzeitig kam der Donner das heißt der Blitz war also sehr nahe.

00:02:28: ob er dort tatsächlich eingeschlagen hat, das kann ich dir nicht sagen.

00:02:33: Aber wenn wir diesen Weg weitergegangen werden, dann hätten wir uns genau in diese Richtung

00:02:38: bewegt.".

00:02:40: Ich hatte anschließend wirklich weiche Knie und ich weiß bis heute nichts was Leomy wahrgenommen hat.

00:02:47: Vielleicht gibt es ja in der Natur irgendwelche Warnsignale die Tiere wahrnehmen und wie er nicht?

00:02:53: Ich weiß das nicht!

00:02:54: Ich weiß nur... Er wollte diesen Weg part two nicht gehen Und in diesem Moment musste mein Pferd mehr auf sich.

00:03:04: Und genau da wird Führung für mich spannend, bedeutet Führungen wirklich dass ich als Mensch immer entscheiden muss?

00:03:11: Dass ich immer weiß was richtig ist?

00:03:14: Für mich nicht!

00:03:16: Wenn wir ein Team sind dann muss ich auch bereit sein zu erkennen wer ist in dieser Situation besser geeignet die Führungsübernehmen?

00:03:25: beim Gewitter war das Lyomi Und es war nicht das einzige Mal, dass ich ihm die Führung überlassen habe.

00:03:33: Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, habe ich in einem Büro gearbeitet.

00:03:37: Das hieß im Winter war es dunkel wenn ich am Abend ausreiten ging.

00:03:42: An einem Abend hatte ich mit einer Freundin abgemacht und wir sind gemeinsam losgeritten.

00:03:47: Wir hatten Leuchten dabei und im Stall ließen wir jeweils das Licht bringen damit wir ihn auch auf dem Rückweg wieder finden würden... ...und an diesem Abend war es neblick!

00:03:58: Als wir losritten, war der Nebel noch nicht besonders dicht.

00:04:01: Aber je länger wir unterwegs waren, desto dichter wurde er und irgendwann war die Nebelsuppe so dick dass ich meine Freundin auf dem Pferd neben mir gar nicht mehr gesehen habe.

00:04:14: Ich konnte nicht einmal mehr den Kopf von Lyomi sehen Und dann passierte etwas womit ich überhaupt nicht gerechnet hätte.

00:04:22: Mir wurde schlecht aber so richtig schlecht.

00:04:25: Ich wurde auf dem Pferd seekrank.

00:04:28: Ich war vorher noch nie seekrank geworden!

00:04:32: Und irgendwann sagte ich zu meiner Freundin, sorry aber wir müssen zurück.

00:04:38: Das Problem war... Wir hatten keine Ahnung mehr wo wir waren?

00:04:42: Wir wussten nichts auf welcher Höhe wir

00:04:44: waren?!

00:04:45: Wir sahen nicht null nur nebel.

00:04:48: und dann hatte ich die Idee wir lassen die Pferde nach Hause gehen und meine Freundin fand diese überhaupt nicht gut.

00:04:56: Guck mal!

00:04:57: Ich sage ins Lyomi, er soll nach Hause gehen und ich weiß, er findet nachhause.

00:05:02: Also habe ich die Zügel hingeschmissen und Lyomi gesagt – Gehen wir nach hause?

00:05:07: Gehen weh in den Stall?

00:05:08: Und dann hab' ich ihn machen lassen.

00:05:10: Ich hab echt nicht gewusst was passieren würde.

00:05:13: Irgendwann merkte ich Er biegt ab Dann bogell wiederab und plötzlich hörte ich unter seinen Hufen die Straße.

00:05:23: Es war kein Naturweg mehr und da wusste ich, okay wir sind auf der Straße.

00:05:29: Und irgendwann blieb Lyomi stehen.

00:05:32: Ha!

00:05:33: Wir waren im Stall?

00:05:35: Ich hätte in dieser Situation überhaupt nicht führen können.

00:05:39: Ich wusste ja nicht einmal mehr wo ich war.

00:05:42: Lyomi wusste es also war er derjenige der in diesem Moment die Führung übernehmen musste Und genau so verstehe ich Teamarbeit zwischen Mensch und Tier.

00:05:54: Es gibt nicht einen, der immer führt und einen, wer immer folgt – es kommt auf die Situation drauf an!

00:06:02: Natürlich gibt es Situationen in denen ich die Führung übernehmen muss.

00:06:06: Ich trage Verantwortung, ich muss Gefahren einschätzen... ...ich weiß Dinge über unsere menschliche Welt, die mein Tier nicht wissen kann….

00:06:15: …aber es gibt genauso Situationen, in denen man Tierfähigkeiten besitzt die ich nicht habe oder etwas wahrnimmt, was mir entgeht.

00:06:25: Und dann finde ich es ziemlich unsinnig darauf zu bestehen – Ich bin der Mensch also bestimme ich!

00:06:32: Für mich gehört zu einer Beziehung auf Augenhöhe auch die Bereitschaft Führung abzugeben und es gibt Bereiche in denen wir genau das ganz selbstverständlich machen.

00:06:44: zum Beispiel beim Main Trailing.

00:06:46: Da wird der Hund darauf trainiert eine bestimmte Spur zu folgen.

00:06:51: Und wenn er arbeitet, läuft ein Mensch hinter dem Hund her – Der Hund führt!

00:06:56: Und natürlich gibt es vorher Training und einen Rahmen….

00:07:00: Aber in dem Moment, indem der Hund die Spur verfolgt, vertrauen wir seiner Nase und seinen Fähigkeiten.

00:07:09: Kein vernünftiger Mensch würde bei Main-Trailing sagen «Nein ich glaube wir müssen links», wenn der Hund ganz klar nach rechts will.

00:07:17: Denn genau dafür arbeitet ja der Hund.

00:07:20: Wir wissen, in diesem Moment kann er etwas besser als wir und ich finde diesen Gedanken dünfen wir ruhig auch öfter in unserem normalen Alltag mitnehmen.

00:07:31: Ich frage meine Hunde sehr oft Wo wollt ihr heute spazieren gehen?

00:07:37: Warum?

00:07:38: Weil der Spaziergang ihre Zeit ist!

00:07:41: Den Rest des Tages müssen sie sich sehr am meinen Alltag anpassen.

00:07:46: wann wir aufstehen, wenn ich arbeite.

00:07:49: Wann wir irgendwo hinfahren, wann Ruhe ist – sehr vieles wird durch mein Leben bestimmt!

00:07:56: Deshalb finde ich, wenn wir spazieren gehen darf ich mich auch einmal nach innen richten und dann frage ich wo wollt ihr durch?

00:08:05: Und meistens zeigen sie mir ziemlich klar in welche Richtung Sie gehen möchten und manchmal zeigen Sie zuerst einen Weg an und entscheiden sich später nochmals anders um.

00:08:16: Dann gehe ich halt eben anders.

00:08:18: Das ist für mich kein Kontrollverlust und es bedeutet auch nicht, dass meine Hunde machen können was sie wollen.

00:08:24: Es bedeutet das ich ihnen dort Freiheit gebe wo Freiheit möglich ist Denn natürlich hat Freiheit auch Grenzen.

00:08:32: Wenn mein Hund entscheidet er möchte jetzt über eine stark befahrene Straße rennen dann sage ich natürlich nicht okay das ist deine Entscheidung Da bin ich verantwortlich.

00:08:44: Oder wenn eine Situation für mein Tier gefährlich werden könnte, übernehme ich die Führung.

00:08:49: Freiheit bedeutet für mich nicht Verantwortung abzugeben!

00:08:53: Es bedeutet zu überlegen wo muss sich entscheiden und wo muss ich überhaupt nichts entscheiden?

00:08:59: Wo kann mein Tier selbst

00:09:01: wählen?!

00:09:02: Wo kann ich

00:09:02: fragen!?

00:09:04: Und wo weiß mein Tier möglicherweise sogar mehr als ich?

00:09:08: Ich glaube dass wir unseren Tieren manchmal viel mehr Entscheidungen überlassen könnten ohne dass dadurch irgendetwas aus dem Bruder läuft.

00:09:17: Für mich sind Führung und Freiheit deshalb keine Gegensätze, es geht nicht um entweder für ich oder mein Tier hat Freiheit.

00:09:25: Es geht um Zusammenarbeit.

00:09:27: Wenn ich meinen Tier als Partner in einem Team sehe dann höre ich zu Ich achte darauf was das mir zeigt.

00:09:34: Ich übernehme Verantwortung wenn's notwendig ist Und ich bin genauso bereit einen Schritt zurückzutreten, wenn mein Tier gerade besser geeignet ist die Führung zu übernehmen.

00:09:46: Vielleicht ist genau das Beziehung auf Augenhöhe!

00:09:50: Nicht immer dasselbe zu tun sondern gemeinsam herauszufinden.

00:09:54: was braucht diese Situation gerade?

00:09:57: Ich lade dich ein in den nächsten Tagen einmal bewusst darauf zu achten wo führst du dein Tier?

00:10:03: weil Führungen wirklich notwendig sind und wofürst Du einfach aus Gewohnheit?

00:10:08: Wo könntest du dein Tier manchmal entscheiden lassen, beim Spaziergang oder einer ganz kleinen Sache im Alltag?

00:10:16: Frag dein Tier einmal.

00:10:18: Was möchtest Du?

00:10:19: und dann schau was passiert!

00:10:22: Nicht jede Entscheidung muss bei Mensch liegen und manchmal zeig dir dein Tier dabei etwas womit du überhaupt nicht gerechnet hast.

00:10:30: Lass uns das mal zusammenfassen.

00:10:34: Für mich sind Menschen-Tier ein Team Und in einem guten Team führt nicht automatisch immer derselbe.

00:10:40: Manchmal braucht unser Tier unsere Orientierung und unserer Führung, manchmal können wir ihm Freiheit geben oder selbst entscheiden lassen.

00:10:49: Und manchmal ist unser Tier schlicht besser geeignet die Führungen zu übernehmen.

00:10:54: Führ'ung bedeutet deshalb für mich nicht Kontrolle – und Freiheit bedeutet nicht dass alles erlaubt ist!

00:11:01: Es geht darum, gemeinsam einen Raum zu finden in dem beide ihren Platz haben.

00:11:07: Je mehr wir unserem Tier zutrauen und je bewusster wir wahrnehmen was es uns zeigt desto mehr verändert sich die Beziehung.

00:11:16: Aus einem Tier das einfach unseren Entscheidungen folgen soll wird ein Partner dessen Sicht ebenfalls zählt.

00:11:23: Genau deshalb habe ich den kostenlosen Kurs Harmonische Beziehungen zu deinem Tier erstellt.

00:11:28: Du findest ihn unter harmonische Beziehen Und nun wünsche ich dir viel Freude beim

00:11:56: Entdecken.

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