027 Was siehst du zuerst?
Shownotes
Was siehst du zuerst?
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Was siehst du zuerst?
Den Fehler? Oder das, was bereits funktioniert?
Diese Frage stellen wir uns viel zu selten. Dabei beeinflusst sie, wie wir uns selbst sehen, wie wir unsere Kinder begleiten und wie wir mit unseren Tieren umgehen.
In dieser Episode spreche ich darüber, warum wir so häufig den Blick auf Fehler richten, weshalb dieses Denken schon früh geprägt wird und wie wir lernen können, den Fokus wieder auf das zu legen, was längst gelingt.
Zusammenfassung und Stichpunkte
Warum sehen wir so oft zuerst das, was nicht funktioniert?
Schon als Kinder lernen wir, auf Fehler zu achten. In der Schule werden falsche Antworten hervorgehoben, später suchen wir dieselben Fehler bei uns selbst – und oft auch bei unseren Tieren. Dabei übersehen wir leicht ihre Stärken, ihre Fortschritte und all das, was bereits gut funktioniert.
In dieser Episode zeige ich, weshalb Lernen aus meiner Sicht nicht durch Druck oder Strafe entsteht, sondern durch Sicherheit, Vertrauen und eigene Erfahrungen. Ausserdem spreche ich darüber, warum mich bei Angstverhalten nicht das Verhalten selbst interessiert, sondern immer die Ursache dahinter.
In dieser Episode erfährst du:
- Warum unser Blick fast automatisch auf Fehler fällt.
- Weshalb wir dieses Denken häufig unbewusst auf unsere Tiere übertragen.
- Warum Lernen durch Vertrauen nachhaltiger ist als Lernen durch Druck.
- Weshalb Angst ein Symptom und nicht die eigentliche Ursache ist.
- Wie eine einfache Übung deinen Blick auf dein Tier nachhaltig verändern kann.
Je mehr wir beginnen, die Stärken unseres Tieres wahrzunehmen, desto leichter entsteht Vertrauen – auf beiden Seiten. Und genau dort beginnt für mich eine harmonische Beziehung zwischen Mensch und Tier.
Wenn du lernen möchtest, dein Tier noch besser zu verstehen und eure Beziehung auf Vertrauen statt auf Korrektur aufzubauen, findest du in meinem kostenlosen Kurs viele praktische Impulse und Übungen für euren gemeinsamen Alltag.
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Transkript anzeigen
00:00:04:
00:00:11: Was siehst du zuerst?
00:00:13: Den Fehler oder das, was bereits funktioniert.
00:00:17: Ich glaube über diese Frage machen wir uns viel zu selten Gedanken.
00:00:21: dabei entscheidet sich darüber wie wir uns selbst sehen Wie wir unsere Kinder sehen wie wir unseren Tiere sehen und sogar wie wir mit Problemen umgehen wenn wir haben etwas gelernt ohne es jemals bewusst zu lernen.
00:00:36: Wir richten unseren Blick fast automatisch auf das, was nicht funktioniert!
00:00:42: Und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen.
00:00:44: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode von Tierisch-Deutlich Schön dass du heute wieder dabei bist.
00:00:51: Als Kinder probieren wir ständig Dinge aus wie entdecken, wir machen Erfahrungen.
00:00:56: Manches gelingt sofort, manches nicht und genauso lernen wir beginnt etwas, das wir alle kennen.
00:01:05: Die Schule.
00:01:07: In der Schule müssen wir Aufgaben lösen und stell dir vor du beantwortest zehn Fragen richtig und eine Antwort ist falsch.
00:01:15: Worüber wird gesprochen?
00:01:17: Über die Falsche?
00:01:18: Niemand sagt Schau mal!
00:01:20: Zehn Antworten hast Du richtig beantwortet?
00:01:23: Nein Der Blick geht sofort auf den Fehler Und das erleben wir nicht nur einmal, sondern über die Jahre immer wieder und immer wieder.
00:01:32: Und der Aufmerksamkeit wird darauf trainiert, Fehler zu finden!
00:01:37: Das passiert so selbstverständlich, dass wir es irgendwann einmal gar nicht mehr bemerken – und irgendwann suchen wir diese Fehler nicht mehr nur in den Klassenarbeiten, sondern bei uns selbst.
00:01:50: Wir schauen nicht mehr auf das was wir können, sondern auf das, was wir nicht können… nicht auf unsere Stärken, sondern auf unsere Schwächen.
00:01:59: Und irgendwann glauben wir genau das wäre normal!
00:02:04: Das Verrückte dabei ist, genau dieses Denken nehmen wir später mit zu unseren Tieren und wir merken das gar nicht oft.
00:02:12: ein Hund läuft den ganzen Spaziergang entspannt an der Leine einmal zieht er dran und worauf richten wir unserer Aufmerksamkeit?
00:02:22: auf das Zieren.
00:02:24: Ein Pferd arbeitet wunderbar mit, einmal erschricktes und genau dieser Moment bleibt im Kopf.
00:02:32: Unsere Aufmerksamkeit springt automatisch auf das was nicht funktioniert Nicht weil wir böse Menschen sind sondern weil wir genau das gelernt haben.
00:02:43: Und jetzt kommt etwas dass ich immer wieder beobachte wie wir holen mit unseren Tieren das was wir selbst erlebt haben.
00:02:51: Ich finde das unglaublich spannend Denn die wenigsten Menschen wollen ihrem Tier schaden.
00:02:57: Sie machen das nicht aus Bosheit, sie machen es weil sie überzeugt sind dass Lernen genauso funktioniert.
00:03:03: Schließlich haben sie es selbst nicht anders erlebt.
00:03:07: Wenn du einen Fehler gemacht hast wurde darüber gesprochen.
00:03:10: wenn etwas nicht funktioniert hat wurde genau dort angesetzt.
00:03:14: also machen wir das gleiche mit unseren Tieren.
00:03:17: Wir schauen auf den Fehler, wir korrigieren den Fehler und wir wollen den Fehler beseitigen Und wir übersehen dabei oft alles, was längst funktioniert.
00:03:28: Es gibt sogar Menschen die ihr Tier ganz bewusst in Situationen bringen von denen sie vorher wissen das ihr Tier sie nicht bewältigen kann.
00:03:39: Hört sich hart an!
00:03:40: Passiert aber öfter als viele Glauben und dann heißt es ja der muss das lernen oder er soll merken dass das so nicht geht?
00:03:49: Das Tier wird in eine Situation gebracht in der ein Fehler fast unvermeidbar ist.
00:03:56: Und wenn der Fehler passiert, wird korrigiert – manchmal sogar bestraft!
00:04:01: In der Hoffnung dass das Tier dadurch lernt.
00:04:04: und ich frage mich dann immer was soll das Tier daraus lernen?
00:04:09: Stell dir einmal vor jemand würde mit dir genau dasselbe machen.
00:04:14: Er gibt dir eine Aufgabe er weiß vorher dass du sie nicht lösen kannst.
00:04:20: Er beobachtet dich beim Scheiteln.
00:04:23: Siehst du, das war falsch.
00:04:25: Was würdest Du lernen?
00:04:27: Bestimmt nicht Dir mehr zu vertrauen und bestimmt nicht mutiger zu werden.
00:04:33: Wahrscheinlich würdest du beim nächsten Mal noch unsicherer an die Aufgabe herangehen.
00:04:39: Und trotzdem glauben viele Menschen dass genau dieses Prinzip bei Tieren funktionieren soll.
00:04:45: Für mich funktioniert Lernen anders.
00:04:48: Wenn wir in die Natur schauen dann sehen wir es jeden Tag.
00:04:52: Jungtiere dürfen ausprobieren, sie dürfen Fehler machen, dürfen Erfahrungen sammeln und dürfen ihre Grenzen kennenlernen.
00:05:00: Aber schau dir einmal an wie die Mutter in der Natur mit ihrem Nachwuchs umgeht!
00:05:05: Sie läuft nicht ständig hinterher und zeigt jeden Fehler auf?
00:05:09: Sie sagt nicht das hast du jetzt falsch gemacht?
00:05:12: Das war jetzt schon wieder falsch.
00:05:14: passendlich auf.
00:05:16: Ihre Aufgabe ist eine andere, sie sorgt für Sicherheit, sie schützt Sie greift ein, wenn es wirklich gefährlich wird.
00:05:24: Aber sie lässt das Jungtier Erfahrungen machen.
00:05:28: Denn genau dadurch entsteht Lernen!
00:05:31: Nicht dadurch dass ständig jemand den Fehler hervorhebt sondern dadurch dass das Tier erleben darf.
00:05:38: ich kann das Ich schaffe das Ich werde sicherer und genau Dadurch entsteht Vertrauen nicht durch Druck Angst oder Strafe Sondern durch Erfahrung.
00:05:49: Es gibt noch etwas anderes, was ich immer wieder beobachte.
00:05:52: Hier geht es nicht darum dass ein Tier einen Fehler macht.
00:05:56: hier geht es um Angst.
00:05:57: Ein Hund hat Angst vor lauten Geräuschen Ein Pferd hat Angst Vor einer flattenden Plane Und jetzt höre ich oft Da muss er jetzt eben durch.
00:06:07: Der muss sich daran gewöhnen Und je öfter wir das machen desto besser wird es.
00:06:13: Ich sehe das anders Nicht weil ich dagegen bin Dass Tiere neue Erfahrungen machen.
00:06:18: Ganz im Gegenteil, neue Erfahrungen gehören zum Leben.
00:06:23: Aber wir überschätzen oft unsere Fähigkeit einzuschätzen wie viel ein Tier in diesem Moment überhaupt noch bewältigen kann.
00:06:31: Woher wollen wir wissen, wo seine Grenzen liegen?
00:06:34: Woher werden wir wissen ab wann aus Anspannung über Forderung wert?
00:06:40: Diese Grenze ist oft viel schneller überschritten als wir glauben und genau deshalb halte ich nichts davon einfach zu sagen Da muss das Tier jetzt einfach durch.
00:06:51: Den damit beschäftige ich mich wieder nur mit dem Symptom.
00:06:54: Die Angst ist nicht die Ursache, die Angst ist das Symptoms.
00:06:58: Mich interessiert nicht wie ich die Angst wegbekomme?
00:07:01: Mich interessert warum sie da ist Denn ein Verhalten is keine Ursache.
00:07:06: Verhalten ist das Ergebnis eine Ursache Und solange ich nur am Verhalten arbeite bleibt die Ursachen bestehen.
00:07:14: Deshalb suche ich immer zuerst nach der Ursache Denn wenn sich an der Ursache etwas verändert, dann verändert sich auch das Verhalten.
00:07:25: Und deshalb finde ich die Tierkommunikation so schön weil wir mit dem Tier an der Ursache arbeiten können.
00:07:33: Wir können in einem Tiergespräch herausfinden was die Ursache ist von einem bestimmten Verhalten.
00:07:41: Ich habe heute eine kleine Aufgabe für dich Nimm dir einmal ein Blatt Papier und schreibe dann alles auf richtig gut kann.
00:07:50: Wirklich alles!
00:07:51: Seine Stärken, seine besonderen Eigenschaften, die Situationen in denen es dir vertraut alle Momente in denen du merkst was für ein tolles Wesen an deiner Seite ist.
00:08:03: Lass dir Zeit.
00:08:04: ich bin sicher dir fällt mehr ein als du im ersten Moment glaubst.
00:08:09: und dann hebt diese Liste auf denn irgendwann wird wieder einen Tag kommen an dem etwas nicht so läuft wie du es dir vorgestellt hast an dem dein Blick sofort auf das Feld, was gerade eben nicht funktioniert.
00:08:24: Dann nimm diese Liste zur Hand und schau sie dir an!
00:08:27: Vielleicht verändert sie deinen Blick?
00:08:30: Lass uns das mal zusammenfassen – heute ging es um unseren Blick.
00:08:34: Darum brauchen wir unsere Aufmerksamkeit richten.
00:08:38: Viele von uns haben früh gelernt nach Fehlern zu suchen in der Schule, Zuhause im Beruf Und irgendwann machen wir genau das auch bei unseren Tieren.
00:08:49: Wir sehen zuerst das, was nicht funktioniert.
00:08:53: Dabei gerät leicht aus dem Blick, was längst funktioniert.
00:08:57: Genau deshalb bringen manche Menschen ihre Tiere in Situationen, in denen sie scheitern müssen – als Sie glauben dass Lernen so funktioniert.
00:09:06: Andere versuchen Angst dadurch zu lösen, dass sich das Tier einfach daran gewöhnen soll!
00:09:12: Für mich fühlen beide Wege am eigentlichen Thema vorbei.
00:09:15: Mich interessiert die Ursache.
00:09:18: Den Verhalten entsteht Nicht einfach.
00:09:21: Es hat immer einen Grund und wenn wir an der Ursache etwas verändern, verändert sich auch das Verhalten.
00:09:27: Deshalb suche ich nicht nach dem schnellsten Weg ein Verhalten verschwinden zu lassen.
00:09:32: Ich möchte verstehen warum es überhaupt entstanden ist.
00:09:36: Genau das verändert für mich die Beziehung zu einem Tier.
00:09:40: Ich höre auf gegen ein Verhaltem zu kämpfen Und ich beginne zuzuhören.
00:09:45: Ich beginne to verstehen Und genau dort entsteht eine Verbindung die auf Vertrauen basiert.
00:09:51: Genau deshalb habe ich den kostenlosen Kurs Harmonische Beziehung zu deinem Tier erstellt.
00:09:56: Darin zeige ich dir weitere Impulse, wie du deinen Tier besser verstehen und eure Beziehungen auf eine tieferen Ebe gestalten kannst.
00:10:04: Du findest den Kurs unter harmonischebeziehung.com.
00:10:09: Und nun wünsche ich dir viel Freude dabei, den Blick auf das zu richten was in einem Tier schon längst da ist!
00:10:20: Dann sende sie gerne ein.
00:10:22: Vielleicht hörst du die Antwort schon bald in einer zukünftigen Episode von Tierisch deutlich und denke daran, jeden Moment mit deinem Tiergefährten zu genießen!
00:10:32: Denn nur im Moment findet das Leben statt.
00:10:35: Vielen Dank und bis zum nächsten Mal
00:10:36: Tschüss.
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